Ein Exposé zeigt nicht die ganze Rechnung
Eine vermietete Wohnung lässt sich nicht allein anhand von Kaufpreis und monatlicher Miete beurteilen. Für Ihre Vorbereitung braucht es eine Übersicht, die einmalige Ausgaben, laufende Verpflichtungen und mögliche Veränderungen voneinander trennt. Beginnen Sie mit den Zahlen, die dokumentiert sind, und kennzeichnen Sie jede Annahme.
Notieren Sie zum Beispiel, ob die genannte Miete aus einem bestehenden Vertrag stammt oder nur als mögliche Neuvermietung beschrieben wird. Eine erwartete Einnahme ist noch keine gesicherte Zahlung. Diese Unterscheidung gehört in jedes Gespräch über ein konkretes Objekt.
Beim Kauf mehr als den Kaufpreis aufnehmen
Zur Übersicht gehören die mit dem Kauf verbundenen Nebenkosten sowie bereits absehbare Arbeiten am Objekt. Welche Beträge tatsächlich anfallen, hängt vom Einzelfall ab. Lassen Sie sich die Positionen erklären und halten Sie fest, welche Summe aus Eigenmitteln bezahlt werden soll.
Bei einer Eigentumswohnung sind außerdem die Unterlagen der Gemeinschaft relevant. Welche Maßnahmen stehen an? Was wurde bereits beschlossen? Welche Rücklagen bestehen? Offene Fragen dazu sollten vor einer Entscheidung geklärt werden.
Laufende Ausgaben sichtbar machen
Stellen Sie die tatsächlichen Einnahmen den laufenden Ausgaben gegenüber. Erfassen Sie die Finanzierung, Verwaltungsaufwand und die Kostenpositionen, die bei Ihnen als Eigentümer verbleiben. Eine gute Übersicht verwendet dieselben Zeiträume: monatliche Beträge neben monatlichen Beträgen, jährliche Kosten entsprechend umgerechnet.
Prüfen Sie anschließend, welche Ausgaben auch dann weiterlaufen, wenn zeitweise keine Miete eingeht. Damit wird verständlich, wie stark die Rechnung von einer durchgehenden Vermietung abhängt.
Rücklagen und mögliche Abweichungen besprechen
Eine Reparatur, ein Mieterwechsel oder eine größere Maßnahme am Gebäude kann zusätzliche Mittel erfordern. Halten Sie fest, welche Reserven dafür verfügbar sein sollen. Rechnen Sie anschließend mehrere Situationen durch, statt sich nur auf einen günstigen Verlauf zu verlassen.
Auch der Immobilienwert kann sich verändern. Eine spätere Veräußerung ist weder jederzeit noch zu einem bestimmten Preis zugesichert. Die Investition sollte deshalb zu Ihrem Zeithorizont und Ihrem Bedarf an verfügbarer Liquidität passen.
Was im Erstgespräch auf den Tisch gehört
Wenn Sie bereits ein Objekt betrachten, helfen Exposé, Mietangaben und die verfügbaren Objektunterlagen. Ohne konkretes Objekt können Sie zunächst über Ziele, Eigenkapital und monatlichen Spielraum sprechen. Beides sind sinnvolle Ausgangspunkte.
Das kostenlose Erstgespräch dient dazu, Ihre Situation und die nächsten Prüfschritte zu ordnen. Eine individuelle Anlageentscheidung braucht die vollständigen Informationen zum Objekt und zu Ihrer finanziellen Situation. Eine bestimmte Rendite oder ein Inflationsschutz wird damit nicht versprochen.
Weiterführende Informationen
Verbraucherzentrale: Finanzierung und finanzieller Spielraum
